Wohnen am Bürgerpark – Neubau eines Wohnquartiers in Erfurt-Johannesplatz
Projektadresse: Friedrich-Engels-Straße 34, 34a–34d und 35, 35a–35e, 99086 Erfurt
Hauptbeteiligte
- Sparkasse Mittelthüringen, Erfurt
- Junk & Reich Architekten BDA Planungsgesellschaft mbH, Weimar
- Heinisch Landschaftsarchitekten Weimar
Projektbeschreibung zur Einreichung
Das Projekt „Wohnen am Bürgerpark“ wurde im Auftrag der Sparkasse Mittelthüringen auf dem ehemaligen Postsportplatz realisiert. Das innerstädtische Grundstück, das nur noch temporär genutzt wurde, erfuhr durch das Vorhaben eine „doppelte Verdichtung“. Im Süden entstanden zwei Geschosswohnungsbauten, die die benachbarte Bebauung aus den 1960er Jahren aufgreifen und die inhomogene Umgebung durch eine ordnende Struktur weiterentwickeln. Der nördliche Bereich wurde als hochwertig gestalteter „Bürgerpark“ ausgebaut, der an die Freiflächen der „Grundschule am Johannisplatz“ anbindet und über Geh- und Radwege mit dem Ortsteil „Johannesplatz“ vernetzt ist.
Das Wohnquartier wird über die Friedrich-Engels-Straße erschlossen. Alternative Mobilitätskonzepte reduzierten den Bedarf an Pkw-Stellplätzen. Eine Anwohnertiefgarage mit 49 PKW-Stellplätzen, alle mit E-Ladestationen und insgesamt 288 Fahrradstellplätzen wurde realisiert. Zusätzlich entstand an der Quartierseinfahrt ein Parkplatz mit oberirdischen 70 Stellplätzen für Anwohner und Gäste, ebenfalls mit Ladestationen, einem E-Lastenrad und einem Car-Sharing-Stellplatz.
Die beiden U-förmigen Gebäude umschließen begrünte Innenhöfe, die privaten Freiraum bieten. Die Gebäude beinhalten 135 barrierefrei erschlossene Wohnungen auf 11.405 m² Wohnfläche. Davon entsprechen 29 den Forderungen der Thüringer Bauordnung § 50 und drei weitere Wohnungen wurden uneingeschränkt rollstuhlgerecht gebaut.
Die Fassadengestaltung greift mit zeitgemäßen Elementen die horizontale Gliederung der Nachbarbebauung auf. Dach- und Sockelgeschosse sind in Anthrazit gehalten, während die sandfarbene Putzfassade der Obergeschosse eine helle Optik verleiht. Im stark genutzten Sockelbereich wurde eine robuste Keramikverkleidung gewählt. Dreidimensionale anthrazitfarbene Faschen, Loggien, Laubengänge und farbige Akzente an Fenstern und Eingängen lockern das Erscheinungsbild auf und setzen dezente Akzente in der Umgebung.
Die Energieversorgung erfolgt über Fernwärme. Auf der Hälfte der Dächer wurden Photovoltaik-Anlagen installiert, deren Strom von den Mietern genutzt werden kann. Die übrigen Dachflächen sind extensiv begrünt und leisten einen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas.